Namen im Kontext. Soziopragmatische Aspekte des Gebrauchs von Eigennamen

(= Jahrestagung der Gesellschaft für Namenforschung)

Wann: 02-Apr-2025 – 04-Apr-2024
Wo: Uppsala, Institutet för språk och folkminnen, Sweden
Kontakt: Michael Prinz, Uppsala2025@gmx.net
Tagungsseite: https://www.isof.se/namn/pa-gang/evenemang/namnevenemang/2024-12-11-gfn-conference-in-april-2025

Obwohl die soziale Dimension des Namengebrauchs seit langem bekannt ist, standen in der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Eigennamen lange Zeit deren Genese, ihr Wert als Sprachzeugnisse und ihr lexikologischer Sonderstatus im Vordergrund. Erst ab den 70er Jahren wurden verstärkt auch soziale, pragmatische und interaktionale Kontexte des Namengebrauchs untersucht (z.B. Walther 1971, Dobnig-Jülch 1977, Sacks/Schegloff 1979). Im Zuge dieser „Rekontextualisierung“ des Eigennamens entstanden spezialisierte Disziplinen wie die Sozioonomastik, deren Forschungsfeld üblicherweise an der Schnittstelle zwischen Soziolinguistik und Onomastik verortet wird (vgl. etwa Akselberg 2012: 108f.). Das Verhältnis zu den beiden Referenzdisziplinen erscheint dabei jedoch nicht als balanciert, da Sozioonomastik in der Regel in determinativer Lesart (als onomastische Teildisziplin) verstanden wird. Versuche, darunter die soziolinguistische Untersuchung von Eigennamen zu fassen, werden von den forschungspraktischen Realitäten nicht gestützt: Während entsprechende Inhalte in onomastischen Diskussionszusammenhängen mittlerweile als etabliert gelten dürfen, werden Eigennamen in soziolinguistischen Einführungen und Handbüchern nicht oder allenfalls marginal thematisiert (vgl. Heer 2024: 15f.). Unscharf bleibt zudem das Verhältnis zur Pragmatik, da sozioonomastische Publikationen regelmäßig pragmatische Inhalte en passant mitbehandeln (z.B. Ainiala/ Östman 2017). Dabei wird ein dezidiert soziopragmatisches Verständnis von Pragmatik vorausgesetzt, das ganz wesentlich auch den sozialen Kontext der Sprachverwendung miteinbezieht (dazu Jucker 2018: 132).
Die Tagung in Uppsala möchte „Namen im Kontext“ unter einer sozioonomastischen bzw. soziopragmatischen Perspektive in den Blick nehmen. Der Kontextbegriff ist dabei ein bewusst weiter, der neben den klassischen pragmatischen (d.h. sprachlichen, situativen u. Wissens-) Kontexten auch dynamische soziolinguistische Kontextkonzeptionen einschließt. Gegenstand der Tagung ist somit der Namengebrauch in unterschiedlichen pragmatischen oder soziolinguistischen Kontexten.